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Kanada belegt Platz fünf von 56 Commonwealth-Staaten im Index zur KI-Bereitschaft junger Menschen

5. November 2026, 08:00Quelle: PR Newswire
Kanada belegt Platz fünf von 56 Commonwealth-Staaten im Index zur KI-Bereitschaft junger Menschen
Bild: PR Newswire

Kanada landet im erstmals veröffentlichten Ayre Index zur KI-Bereitschaft junger Menschen mit 70,2 von 100 Punkten auf Platz fünf unter 56 Commonwealth-Staaten. Laut dem Ayre Think Tank stehen guter Zugang und starke digitale Kompetenzen einem schwächeren Abschneiden bei Bildung und Ausbildung gegenüber.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kanada belegt im erstmals veröffentlichten Ayre Index mit 70,2 von 100 Punkten Platz fünf unter 56 Commonwealth-Staaten.
  • Kanada erreichte 9,4 von 10 Punkten bei Zugang sowie digitaler und KI-Kompetenz, aber nur 5,3 bei der Umsetzung von Bildung und Ausbildung.
  • Die Forschenden errechneten im mittleren, auf dem IWF basierenden Szenario einen möglichen KI-bedingten BIP-Zuwachs von 100,85 Milliarden kanadischen Dollar über zehn Jahre.
  • Nur 37,7 Prozent der 15-Jährigen in Kanada nutzen wöchentlich KI-Chatbots für Schulaufgaben, der OECD-Durchschnitt liegt bei etwa 46 Prozent.
  • Das begleitende Whitepaper nennt fünf globale Prioritäten für die KI-Bereitschaft junger Menschen.

Guter Zugang, schwächere Umsetzung in der Bildung

Im Ayre Index liegt Kanada hinter Singapur, Malta, Australien und dem Vereinigten Königreich. Beim sinnvollen Zugang sowie bei den Kompetenzen in den Bereichen Digitales, Daten, Medien und KI erreichte Kanada jeweils 9,4 von 10 Punkten. Bei der Umsetzung von Bildung und Ausbildung waren es 5,3.

Die Ergebnisse wurden beim Treffen der Regierungschefs des Commonwealth (CHOGM) in Antigua und Barbuda vorgestellt, an dem König Charles III. und Premierminister Mark Carney teilnahmen. Die zentrale Frage für Kanada ist dem Think Tank zufolge, wie sich eine starke Infrastruktur und das Interesse der Jugend in praktische Kompetenzen junger Menschen übersetzen lassen.

Was wirtschaftlich auf dem Spiel steht

Die Forschenden wendeten Szenarien des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf die kanadische Wirtschaft an. Im mittleren Szenario errechneten sie einen möglichen KI-bedingten Anstieg des BIP um 100,85 Milliarden kanadische Dollar in den kommenden zehn Jahren. Die konservative Schätzung liegt bei 51,19 Milliarden kanadischen Dollar, der optimistische Fall bei 150,44 Milliarden.

Der Think Tank warnt, dass das schwächere Angebot in Bildung und Ausbildung diese wirtschaftlichen Gewinne beeinträchtigen könnte.

Lücken bei der praktischen Nutzung

Die Analyse des Ayre Think Tank auf Grundlage der OECD-PISA-Daten 2025 ergab, dass nur 37,7 Prozent der 15-Jährigen in Kanada angaben, KI-Chatbots mindestens einmal pro Woche für Schulaufgaben zu nutzen. Der OECD-Durchschnitt liegt bei etwa 46 Prozent. Unabhängig davon zeigte eine Untersuchung von Statistics Canada, dass nur 10 Prozent der erwerbstätigen 15- bis 24-Jährigen innerhalb von zwölf Monaten generative KI bei der Arbeit eingesetzt haben.

Zudem fand der Index in den für Kanada herangezogenen Belegen zur Lehrkräftepolitik keinen ausdrücklichen Verweis auf KI. Grundlage war das Länderprofil der UNESCO zu Technologie in der Bildung.

Lisa Taylor, Gründerin und CEO von Challenge Factory, sagte, Kanada müsse sicherstellen, dass seine Bildungssysteme junge Menschen dabei unterstützen, „über die bloße Bereitschaft hinauszugehen und KI-kompetent zu werden“. Entscheidend sei, dass Jugendliche wüssten, wie sie KI wirksam einsetzen und deren Ergebnisse hinterfragen.

Fünf globale Prioritäten

Der Think Tank hat außerdem ein Whitepaper zu den Ergebnissen des Index vorgelegt. Es nennt fünf globale Prioritäten:

  • erschwinglicher und verlässlicher Zugang zu Technologie
  • Bildung, die praktische Fähigkeiten vermittelt
  • bessere Wege von der Ausbildung in Beschäftigung und Unternehmertum
  • KI-Werkzeuge, die auf lokale Sprachen und Bedürfnisse zugeschnitten sind
  • Schutzmechanismen, die es jungen Menschen ermöglichen, automatisierte Entscheidungen zu hinterfragen

Das Papier fordert Regierungen, Bildungseinrichtungen und Entwicklungspartner auf, die Hürden, vor denen junge Menschen in den einzelnen Ländern stehen, besser zu verstehen, bevor sie entscheiden, wo Investitionen die größte Wirkung entfalten können.

Calvin Ayre, Gründer des Think Tank, sagte, der Index „zeigt den Ländern, wo sie stehen, was sie richtig machen und wo sie besser werden müssen“. C. Justin Robinson von der University of the West Indies, Five Islands Campus, der zum Vorwort des Whitepapers beitrug, erklärte, junge Menschen sollten befähigt werden, neue KI-Werkzeuge zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Was das für Kanada bedeutet

Die Ergebnisse legen nahe, dass Zugang und digitale Fähigkeiten allein noch keine praktische KI-Kompetenz garantieren. Für Kanada sieht der Think Tank in Bildung und Ausbildung den Bereich mit Aufholpotenzial. Der mögliche wirtschaftliche Nutzen hänge davon ab, wie gut junge Menschen auf eine von KI geprägte Arbeitswelt vorbereitet werden.

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