Chinesische und US-Biotechunternehmen entwickeln gemeinsam Wirkstoffkandidaten gegen Krebs
CStone Pharmaceuticals aus China und das US-Unternehmen Kimia Therapeutics haben eine klinische Entwicklungspartnerschaft geschlossen. Gemeinsam wollen sie einen Wirkstoffkandidaten voranbringen, der auf einen für das Überleben solider Tumoren wichtigen Signalweg der DNA-Schadensantwort abzielt. CStone wird die Phase-1-Studie des Programms in China und Australien leiten.
- CStone und Kimia haben eine klinische Entwicklungspartnerschaft geschlossen.
- Der Wirkstoffkandidat zielt auf einen für das Überleben solider Tumoren wichtigen Signalweg der DNA-Schadensantwort ab.
- CStone wird die Phase-1-Studie in China und Australien leiten.
- Kimias ATLAS-Plattform nutzt maschinelles Lernen und ein Hochdurchsatz-Screening von Verbindungen.
- CStone könnte Anspruch auf Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren aus weltweiten Verkäufen haben.
Unternehmen bereiten Phase-1-Studie vor
CStone Pharmaceuticals und das im kalifornischen Berkeley ansässige Unternehmen Kimia Therapeutics haben am 3. November eine Vereinbarung über eine klinische Zusammenarbeit bekannt gegeben. Das gemeinsame Programm konzentriert sich auf einen potenziell ersten Wirkstoff seiner Klasse, der auf einen für das Überleben solider Tumorzellen essenziellen Signalweg der DNA-Schadensantwort abzielt.
CStone wird die klinische Entwicklung in Festlandchina und Australien leiten. Die geplante Phase-1-Studie wird eine Dosissteigerungs- und eine Dosiserweiterungsphase umfassen. Die Forschenden werden die Sicherheit, Pharmakokinetik, Pharmakodynamik und erste Wirksamkeit des Kandidaten in anhand von Biomarkern ausgewählten Patientengruppen untersuchen.
Kimia nutzt künstliche Intelligenz zur Entwicklung neuer Medikamente
Kimia entwickelt niedermolekulare Wirkstoffe für Anwendungen in der Onkologie und Immunologie. Die firmeneigene ATLAS-Plattform, deren Name auf dem Akronym für AcTive Learning with Automated Synthesis and screening beruht, kombiniert molekulares Design mit Unterstützung maschinellen Lernens mit einer Hochdurchsatzsynthese im Nanogramm-Maßstab und einem direkten biologischen Screening.
Nach Angaben des Unternehmens arbeitet das System in durch Reaktionen definierten chemischen Räumen mit Hunderten Millionen Molekülen. Die Plattform ermöglicht die Auswahl, Synthese und Prüfung mehrerer tausend Verbindungen pro Zyklus. Das maschinelle Lernen richtet den Fokus dabei zunehmend auf Moleküle, die sich möglicherweise besser für die therapeutische Entwicklung eignen.
Nach den Plänen des Unternehmens soll das führende Onkologieprogramm von Kimia im ersten Quartal 2027 in die klinische Entwicklung eintreten. Das Unternehmen gehört zum Portfolio von The Column Group, die sich auf den Aufbau und die Finanzierung von Biotechnologieunternehmen konzentriert.
CStone könnte Kostenerstattungen und Lizenzgebühren erhalten
Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Kimia die für klinische Studien benötigten Arzneimittel bereitstellen sowie wissenschaftliche Beratung, die regulatorische Aufsicht in Bezug auf das Produkt und zusätzliche Entwicklungsunterstützung wie vereinbart leisten. Kimia wird CStone die entsprechenden klinischen Entwicklungskosten erstatten.
Gemäß der Vereinbarung kann CStone Anspruch auf Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren aus dem weltweiten Nettoumsatz des Wirkstoffkandidaten während des jeweils geltenden Zeitraums für Lizenzgebühren haben. Die Parteien haben ein gemeinsames Entwicklungsmodell etabliert, das CStones klinische und regulatorische Expertise mit der auf künstlicher Intelligenz basierenden Wirkstoffforschungsplattform von Kimia verbindet.
Jason Yang, Chief Executive Officer und Leiter der Forschung und Entwicklung bei CStone, sagte, die Vereinbarung könne einen Rahmen schaffen, der auf weitere Programme von Kimia und andere Portfoliounternehmen von The Column Group ausgeweitet werden könne. Nach Angaben von CStone hat das Unternehmen bislang vier innovative Medikamente kommerzialisiert und für 21 neue Medikamente in neun Indikationen eine Zulassung erhalten. Sein Portfolio umfasst 13 innovative Wirkstoffkandidaten.
Für Patientinnen und Patienten stellt die Zusammenarbeit derzeit nur den Beginn der klinischen Entwicklung dar. Die geplante Phase-1-Studie soll die Sicherheit und frühe Wirksamkeit des Kandidaten untersuchen. Die Studienergebnisse werden daher die Grundlage für die weitere Entwicklung des Programms bestimmen.

