Algorized zeigt auf der CIIE 2026 mit AFM ein Foundation Model zur Erfassung von Menschen

Algorized stellt auf der 9. China International Import Expo (CIIE 2026) in Shanghai vom 5. bis 10. November sein Algorized Foundation Model (AFM) vor. Es verleiht Maschinen mithilfe handelsüblicher Wi-Fi-, UWB- oder mmWave-Sensoren ein Verständnis für Menschen. Nach Angaben des Unternehmens kann ein einziges Modell Roboter, Gebäude und vernetzte Geräte bedienen.
- Algorized stellt sein Algorized Foundation Model (AFM) auf der CIIE 2026 in Shanghai vor, vom 5. bis 10. November.
- AFM nutzt handelsübliche Wi-Fi-, UWB- oder mmWave-Sensoren und läuft am Edge, um Menschen zu erkennen, zu verfolgen sowie Atmung und Herzfrequenz zu erfassen.
- Laut Algorized bleiben Personen anonym, da das Modell ausschließlich auf Funksignalen und nicht auf Kameras beruht.
- Das Unternehmen stellt als geladener Gast im Start-up-Bereich des BMW Technology Office China aus; eine Zusammenarbeit oder Befürwortung durch BMW ist damit nicht verbunden.
- Eine Live-Demo zeigt einen simulierten Roboterarm, der seine Geschwindigkeit dem Abstand eines Besuchers anpasst.
Ein Modell für viele Maschinen
Laut Algorized wurden Wahrnehmungssysteme für Menschen bislang meist für jede Aufgabe einzeln entwickelt: Roboterarme, mobile Roboter, Gebäude und vernetzte Geräte haben jeweils ihr eigenes. Das Unternehmen verfolgt einen anderen Ansatz: Das Verständnis von Menschen wird einmal als Foundation Model aufgebaut, auf dem jedes neue Produkt aufsetzen kann.
Die Forschung des Unternehmens begann nach eigenen Angaben mit einer Frage aus der Katastrophenhilfe: Lässt sich mit einem Funksignal ein Herzschlag unter Erdbebentrümmern finden? Aus dieser Arbeit entstand ein Foundation Model für alltägliche Einsatzumgebungen.
AFM arbeitet mit handelsüblichen Wi-Fi-, UWB- oder mmWave-Sensoren und läuft am Edge, also direkt auf dem Gerät. Algorized zufolge funktioniert es über verschiedene Sensortypen und Chipplattformen hinweg, sodass Hersteller von Robotern, Maschinen und Geräten auf einer gemeinsamen Wahrnehmungsgrundlage aufbauen können.
So funktioniert AFM und wo es zum Einsatz kommt
Der Sensor sendet energiearme Funksignale aus, die Kleidung durchdringen und vom Körper reflektiert werden. Aus diesen Reflexionen unterscheidet AFM laut Algorized Menschen von Objekten, lokalisiert und verfolgt jede Person in Echtzeit und erfasst die Brustbewegungen im Submillimeterbereich, die bei jedem Atemzug und Herzschlag entstehen. Das Unternehmen ergänzt, dass Menschen auch bei Dunkelheit, Rauch und Staub wahrgenommen werden.
Da das Modell allein auf Funksignalen beruht und Menschen anhand ihrer Bewegung und Atmung erkennt, bleibt nach Angaben von Algorized jede Person anonym: „Datenschutz durch Physik, nicht durch Richtlinien.“
- Robotik und Produktion: Ein Roboterarm oder mobiler Roboter nimmt Menschen in seiner Nähe wahr und kann Geschwindigkeit und Bahn anpassen, während Beschäftigte sich denselben Arbeitsbereich teilen.
- Intelligente Gebäude: Das Modell erkennt Anwesenheit und Personenzahl, sodass Heizung, Lüftung und Kühlung der tatsächlichen Belegung folgen können.
- Vernetzte Geräte: Atmung und Herzfrequenz werden zu nichtdiagnostischen Wohlbefinden-Funktionen.
In der Mitteilung wird auf die Größe des Robotikmarkts in China verwiesen: Dort wurden 2025 laut dem Bericht World Robotics 2026 der International Federation of Robotics (IFR) 354.000 Industrieroboter installiert, 59 Prozent aller weltweiten Installationen.
Live-Demo und die BMW-Verbindung
Am Stand läuft AFM live mit Daten eines handelsüblichen Funksensors. Tritt ein Besucher heran, klassifiziert AFM ihn als Person und verfolgt ihn in Echtzeit. Ein simulierter Roboterarm passt seine Geschwindigkeit dem Abstand des Besuchers an, hält an, wenn dieser näher kommt, und setzt seine Aufgabe fort, sobald er zurücktritt. Wer ruhig stehen bleibt, kann Atmung und Herzfrequenz auf dem Bildschirm sehen.
Algorized nimmt als geladener Gast im Start-up-Ausstellungsbereich teil, den das BMW Technology Office China ausrichtet. BMW war durch eigenes Scouting auf das Unternehmen aufmerksam geworden, wegen dessen Angebot zur menschenbezogenen Wahrnehmung für Physical AI. In der Mitteilung heißt es, die Teilnahme allein bedeute weder, dass eine Zusammenarbeit mit BMW besteht, noch dass BMW die Technologie von Algorized befürwortet oder validiert. AFM und alle Aussagen zu seinen Fähigkeiten stammen von Algorized selbst.
Natalya Lopareva, CEO und Gründerin von Algorized, sagte: „Alle gehen davon aus, dass wir fünf Modelle gebaut haben. Wir haben eines gebaut, und jede Maschine, die in der Nähe von Menschen arbeitet, kann darauf aufbauen.“
Was das für den Markt bedeutet
Algorized beschreibt sich selbst als Entwickler des Edge-nativen Nervensystems für Physical AI. Das Modell werde als zwei Produkte angeboten: als Foundation-Model-Stack, der auf Partner-Chips für Automotive, Räume und industrielle Anwendungen eingebettet wird, sowie als qualitätsgesicherter Safety-Stack für die Mensch-Roboter-Kollaboration. Nach Angaben des Unternehmens wird es vom Amazon Industrial Innovation Fund unterstützt und arbeitet mit Chipherstellern und industriellen OEMs zusammen.
Für Hersteller von Geräten und Robotern lautet das Angebot: eine einzige Wahrnehmungsschicht auf Basis handelsüblicher Funksensoren statt getrennter Systeme für jedes Produkt. Die Fähigkeiten sind weiterhin Eigenangaben des Unternehmens, die Demo auf der CIIE bietet Besuchern und Presse die Möglichkeit, sie live zu sehen. Termine können über den Medienkontakt von Algorized vereinbart werden.


